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Catalog Number 2014.11.2
Object Name Announcement
Accession number 2014.11
Description German Death Announcement

Partial Translation:

Martin Kometer
-(announcement from his preacher/priest)
-Wounded in Galicia, died from wound
-The terrible war which for almost a year now rages and has made immeasurable streams of blood and tears flow…
-a hopeful young man
-reconciliatory, unifying among fellows
-Martin had suffered an accident a few years prior, they would have never believed he would have been able to serve in the war, he was accepted to serve but at first only in garrisons, but all of a sudden he was declared able to go to the front, he went to the east and died in Soltycje in Galicia
-He always took his duties in life seriously
-He strove to keep his conscience clean
-What a joy it was for the priest to have him return home from the garrison to the confessional
-He has lost nothing, but rather won the best
-Free of all earthly suffering, may he eternally enjoy heavenly joys
-allusions to Biblical sacrifices and the blessings they brought:
oAbraham's blessings after he proved willing to sacrifice his child
oChrist as sacrificed Son, to Mary as suffering mother

Transcription:

[front]
Nachruf
für den gefallenen Krieger
Martin Kometer,
Oekonomenssohn von Unterreith,
Ersatzreservist im bayer. 19. Res.-Inf.-Regt., 6. Komp.,
welcher am 22. Juni 1915 im Alter von 23 Jahren
an seiner Verwundung, die er am 20. Juni in den
schweren Kämpfen bei Sotysp in Galizien erhielt,
den Heldentod fürs Vaterland erlitten hat.

Eine sehr schmerzliche Aufgabe ist es mir, einem meiner
liebsten Pfarrkinder, einem unserer bravsten Burschen, hier an
der kriegerisch geschmückten Totenbahre einen letzten Nachruf
widmen zu sollen. - Wir haben eben Seelengottesdienst gefeiert
für de Jüngling Martin Kometer, Oettlsohn von Unterreith.

[page 2]
Der furchtbare Krieg, der nun schon seit nahe Jahresfrist wütet
und so unermeßliche Ströme von Blut und Tränen hat fließen
gemacht, - der furchtbare Krieg hat nun auch dieses junge
Leben geknickt, hat diesen hoffnungsvollen Jüngling, den ich
die Freude und den Stolz der Seelsorger und aller guten Menschen
nennen möchte, aus unserer Mitte gerissen, ein allgemein tief-
bedauerter Verlust in der Gemeinde, ein tiefbedauerter Verlust
bei seinen Jugendgenossen, bei welchen er hoch in Achtung und
Ansehen stand und bei denen er so klug, so eingehend, versöhnend
und vorbildlich zu wirken verstand, - ein Verlust voll brennenden
Schmerzes für die guten Eltern und die beiden Schwestern, denen
es vorkommt, als wäre mit diesem ein Stück ihres eigenen
Lebens dahingegangen. Trauer und Schmerz sind gerechtfertigt.
Wir dürfen trauern und klagen und unseren Schmerz in Tränen
ergießen, doch trauern nicht bis zur Trostlosigkeit. Trauer und
Schmerz müssen ihre mäßigende Schranke finden in dem Hinblick
auf den Willen Gottes und auf die unabänderlichen Ratschlüsse
der göttlichen Vorsehung. Und gerade im voeliegenden Falle,
wie ich meine, tritt es recht deutlicher hervor, daß es so in Gottes
Ratschluß vorher bestimmt war. Bekanntlich hatte dieser Jüng-
ling vor etlichen Jahren einen Unfall erlitten, dessen Folgen sich
bis in die jüngste Zeit nachteilig fühlbar machten und ihn bei
gewissen Arbeiten und Anstrengungen namhaft behinderten. Nie
hätten wir geglaubt, daß er bei diesem Zustand für die Strapazen
des Kriegsdienstes überhaupt noch als geeignet erfunden würde.
Tatsächlich zeigte sich das nach seiner erfolgten Einberufung auch
so, es wurde erkannt und auch anerkannt, man sah sich genötigt,
ihm Erleichterungen zuzugestehen. In der Folge wurde er als
nur garnisonsdiensttauglich erklärt und das wäre gut und be-
ruhigend gewesen. Aber siehe, auf einmal wurde er wieder,
ohne daß sich an seinem Zustand etwas geändert hatte, als
felddiensttauglich eingereiht. Und so mußte er hinaus ins Kampf-
gelände und mußte, wiederum infolge eines ganz besonderen
und eigentümlichen Auftretens, hinüber an die Ostfront, um
nach heldenmütigen Kämpfen dort sein Grab zu finden, wo ihm
nach dem Ratschlusse Gottes sein Ende und sein Grab vorher-
bestimmt war, auf dem Schlachtfeld in Galizien bei Soltycje.
Gottes Wille muß geschehen und immer fügt sich gerade alles
so, daß er geschieht und niemand kann dagegen wirksam an-
kämpfen. Was Gott tut, mag zunächst oft wehe tun, aber es
geschieht nie zu unserem Nachteil, sondern immer zu unserem
Besten und es kommt die Stunde, da wir dieses einsehen und
erkennen werden. Der Wille Gottes, der auch hier geherrscht
hat, das sei unser erster Trostgrund; und so wollen wir in Demut
sprechen: "Es ist der Herr?, sein Wille geschehe. Zu weiterer
Beruhigung und Fassung könnte ich hinweisen auf herrliche
Vorbilder. Ich denke an den herrlichen Vater Abraham, der
gerade um deßwillen von Gott am reichsten gesegnet wurde,

[page 3]
Date n.d.
People Kometer, Martin
Subjects World War I
German
Death
Death & burial
Announcements
Death announcement
Religion
Mourning
Memorial card