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Catalog Number 2014.27.59
Object Name Letter
Accession number 2014.27
Description Personal letter from Frieda Rosendahl to Lissy Lange
Date: n.d.
Document in German
Two handwritten pages written on both sides, resulting in three pages total

Translation:
[page 1]
Dear Lissy,
I received your letter and the teacup for Hanna; in her name I express sincere thanks for it. Dear Lissy, I was offended and sickened that you wrote me such a withdrawn letter. How does a person deserve something like that when they only mean well? You don't have a word of thanks for me that I pay half of your boarding - you just take it for granted. You know, it isn't my duty to do that; it isn't - only my good nature caused me to do it. And then, dear Lissy, let your emotions run free - if you don't have any desire to come here (the children don't need you to move here), you can just stay there. It's better for my health anyway. Further, dear Lissy, shame on you for saying that if I had been gone this summer, the summer would have been no problem for you - with everybody imploring

[page 2]
you to leave - but you're feeling regrets too late now. And what a summer we all had! You really aren't the only one. Think of the many women who have their husband out there in the field. Then you demand from us that I not disturb you in any way! I also demand the same from you, then and ask that you not interfere anywhere in any way. Furthermore, you [illegible] me I should care for you, where I myself am in need of care! Lissy, Lissy, how should I actually tear myself apart - don't I have my children and my Karl to care for (and even without him, there are many things I need to worry about)? You need to finally begin to become a sensible person, above all knock the foolish ideas out of your head, and go to work with renewed courage and faith in God - this is namely what first restores a person' spiritual balance. Just don't think "I can't"; rather just grit your teeth.

[page 3]
This can't go on by the best stretch of the imagination. We all wear on each other, which is especially unpleasant in times like these. Why can't it be otherwise? Dear Lissy, people without responsibility degenerate because of themselves. - Dear Lissy, Martha and I have a nice idea, and it's my sincere plea that you try this with sincere intent: I ask that you stay in Osnabrück until Martha has been there with you. Then, if you want to come here for Christmas, I again ask you decently: come with other thoughts; if you come with such thoughts as those you expressed in your letter, it will be possible to live together happily. You need to realize this. And now no more ill will in our hearts, as Christmas approaches, but let us rather think of each other with love - that's the best for our health and our minds. In sincere love, and then you are welcome here any time.
Your Friedel


Transcription:
[page 1]
Liebe Lissy!
Deinen Brief u. die Tasse für Hanna erhielt ich,
in ihren [sic] Namen sage ich dir hrzl. Dank dafür. Daß Du
l. Lissy mir nun solch einen eingezogenen Brief geschrieben,
das hat mich bitter gekränkt und mich sehr krank
gemacht. Womit hat man solches verdient wo
man es nur gut mit Dir meint! Nicht ein
Wort des Dankes hast Du für mich das [sic] ich Dir das
halbe Kostgeld bezahle, nimmst das aber ganz selbst-
verständlich hin. Weißt Du mein [sic] Pflicht
dieses zu tun, ist das nicht, nur meine
Gutmütigkeit trieb mich dazu. Und dann
l. Lissy, laß Deinen Gefühlen ruhigen Lauf,
hast Du keine Lust nach hier zu kommen,
die Kinder brauchen dich nicht herziehen
da bleib ruhig da. Meiner Gesundheit
ist es jedenfalls besser so. Ferner l.
Lissy, ______ Du Dich was schämen, daß
Du sagst, wäre ich nur diesen
Sommer heraus gewesen, dieser Sommer wäre
für Dich nichts gewesen. Wo man Dich so
inständig gebeten hat, Du möchtest heraus

[page 2]
gehen, doch solche Reue kommt bei Dir nun
zu spät. Und was für einen Sommer haben
wir alle gehabt. Du bist es wirkl. nicht allein.
Denk an all die vielen die ihre Männer
draußen im Felde haben. Dann verlangst Du
von uns, daß ich Dich in jeder weise ungestört lassen
soll! So verlange ich also auch dasselbe und bitte
Dich, in keiner Weise Dich irgendwo hereinzu-
mischen. Ferner ____test Du mir noch zu, wo
ich sebst [sic] Pflege nötig habe, daß ich dich noch pfle-
gen soll! Lissy, Lissy, wie soll ich mich dann
eigentlich zerreißen, hab ich nicht für meine
Kinder und meinen Karl zu sorgen? Und
ohne den noch manche Sachen, wo ich mich um
kümmern muß. Fange Du mal endlich
an, ein vernünftiger Mensch zu werden, treib
Dir vor allen Dingen alle Grillen aus dem
Kopf und geh mit frischem Mut und Gott[-]
vertauen an die Arbeit, denn das giebt
einem am ersten das Seelische Gleichge-
wicht wieder. Nur nicht denken ich kann
nicht, lieber die Zähne mal aufeinander
beißen.

[page 3]
So geht das mit den [sic] besten Willen nicht
weiter. Wir reiben uns ja alle an ein-
ander auf, und das in solcher Zeit, das ist
wirkl. nicht schön. Warum kann es nicht an-
ders sein? Ein Mensch, liebe Lissy, der ohne Pflicht
ist, verkommt an sich selbst. - Martha und
ich l. Lissy sind nun auf einen sehr netten
Gedanken für Dich gekommen, und ist dies meine
herzlichste Bitte, dieses doch nun mal mit ernst-
lichen Wollen zu versuchen und bitte ich Dich
nun wenigstens solange in Osnabrück
zu bleiben, bis Martha bei Euch gewesen ist.
Willst Du dann Weihnachten nach hier
kommen, so bitte Dich nochmals anständig,
komme mit anderen Gedanken, kommst
Du mit solchen Gedanken, wie Du sie im
Brief geäußert hast, ist ein liebes Zusammen[-]
leben unmöglich. Darüber muß [sic] Du Dir selbst
klar werden. Und nun keine Feindschaft
im Herzen mehr, wo es auf Weihnachten
geht, sondern lieber in Liebe an einander
denken, das ist unserer Gesundheit und
Gemüt am besten. In herzl. Liebe
dann bist Du mir in jeder Zeit willkommen. Dein Friedel.


From the collection of personal wartime letters received by German Vize-Wachtmeister Karl Rosendahl in the 10. Reserve Armeekorps and his wife Frieda Rosdendahl, who lived in Riemsloh in Melle, Germany.
Date n.d.
Subjects World War I
German
Family
Forgiveness
Children
Respect
Duties