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Catalog Number 2014.27.9
Object Name Letter
Accession number 2014.27
Description Personal letter from Oberleutnant Richard Lange to Frieda Rosendahl of Riemsloh Germany
Date: December 20, 1914
Document in German
Envelope and one handwritten page folded in half and written on both sides, resulting in four total pages


Translation:
[envelope]
Army Postal Service
Mrs.
Frieda Rosendahl
Kriemsloh
County Melle
Province Hanover

[envelope, along side]
First Lieutenant Lange, Infantry Munitions Column 5.A.K.

[letter]
Batilly, 20 December 1914.

My dear Frieda,
My deep thanks for your wonderful Christmas package from home with all the lovely things, the traditional Riemsloh Christmas baked goods, the delicious honey cake, the exquisite sausage, and the heart-strengthening "cows" [?], but above all also for the picture of the cottage where we have celebrated so many lovely Christmases with loved ones, and for the meaningful decoration of your holiday parcel.
Your wish that the Christmas bells may ring out also as peace bells hasn't been fulfilled, but it's probably better this way, because what good to us is an idle peace that a new, even bloodier war will follow? We must win peace in such a way that they never again dare to trouble us in our peaceful activity. Our main adversary is and remains England, and as long as haven't finished this deceitful, hypocritical island empire,

[page 2]
we will not have our peace. Fortunately, with our new splendid victories in the east, we have come another great step closer to our goal. As soon as Russia is overpowered and can't put up any more serious resistance, the French and the English will be in trouble, too, and we'll [illegible], until they no longer [illegible]. Unlike what people assumed, it's clear that all that can't take place quickly, [illegible], because a war against overwhelming odds, against half of the world, is no walk in the park (even for Germany), and we'll all have to [illegible] with a good [illegible] of patience, you all there at home as well as us here in the field. You can also likely imagine that we'd much rather die firm out here than just crying wolf and lying around here near Verdun for months, only with the tentative duty of not letting the French out. I personally could quite happily stay with my column (we've had flawless [illegible] for some weeks), but the poor infantry and artillerymen who have been sitting since early October

[page 3]
in the wet trenches and foxholes really don't have it easy. Their service requires great willpower and endurance, and it also really affects their health.
I'm pleased that your Karl is doing well and that he's also currently housed in good [illegible]. We'll soon have half of the harsh season behind us, and with the increasing sunlight, our refreshed fighting spirit and initiative will come alive, and we'll again march fresh and happy into France. How are you doing, and what's your little group up to? I hope you're all doing well. Good old Thürre [?] is surely also alert and in good health. Please tell him hi for me and just let him know that we're taking care of things here.
As Marie recently wrote me, Karl Dreyer is back at home because he completely collapsed due to his nerves. For a while he was in being treated in the military hospital in Würzburg, but he's now back on the way to recuperating. Hopefully he'll completely recover soon.

[page 4]
As long as the French don't ruin the holiday, we'll be celebrating nicely here. First there will be a joint celebration with both of the columns on the lovely battlefield here, including a gift-giving of the booty in the form of a lottery of useful things. And then the platoons will celebrate in their [illegible], while the seven of us officers will [illegible] for a [illegible] feast. On that evening our thoughts will naturally drift, often wistfully, toward our distant homes, but we all need to hold out heads high and look to the future with joyful courage.
To you, Lissi, and the little ones, I also wish a merry, blessed Christmas and all the best in the coming year. May God grant that it brings us, after honorable and successful battles, a lasting peace and leads us all back together healthy and happy.
Heartfelt greetings to you all,
your
Richard


Transcription:
[envelope]
Feldpost.
Frau
Frieda Rosendahl
Riemsloh.
Kr. Melle
Prov. Hannover.

[envelope, along side]
Oberlt. Lange. i. Inf. Mun. Kol. 5.A.K.

[letter]
Batilly d. 20.12.1914

Meine liebe Frieda!
Herzlichen Dank für dein wundervolles heimatliches Weihnachtspacket
mit all den schönen Sachen, der alten Riemsloher Weihnachtsbäckerei,
dem leckeren Honigkuchen, der trefflichen Wurst und dem herzstärken-
den "Kühen", vor allem aber auch für das Bild der Hütte, wo wir
so manches schön Weihnachtsfest im vertrauten Kreise gefeiert, und für
die ganze sinnige Ausschmückung der Festsendung.
Dein Wunsch, daß die Weihnachtsglocken zugleich auch als
Friedensglocken erklingen möchten, ist nun doch nicht Erfüllung
gegangen, aber es ist auch wohl besser so, denn was nutzt uns
ein fauler Friede, dem womöglich schon nach wenigen Jahren ein
neuer, noch blutigerer Krieg folgen wird? Wir müssen unsern Frie-
de jetzt so niederringen, daß sie es nie wieder wagen werden,
uns in unserer friedlichen Arbeit zu stören. Unser Hauptgegner
aber ist und bleibt England und solange wir dieses falsche,
heuchlerische Inselreich nicht klein gekriegt haben, wird uns

[page 2]
unser Friede nicht geliefert sein. Glücklicher Weise sind wir durch
die neuen glänzenden Siege im Osten unserm Ziele ja wieder
um einen großen Schritt nähergerückt. Sobald Rußland niederge-
kämpft ist und keinen ernstlichen Widerstand noch leisten kann,
wird's hier ja auch den Franzosen und Engländern an den Kragen
gehen, und rücken wir der Bande drüben übern ______ selbst zu
Liebe, bis sie sich nicht mehr muxen. Daß das alles natürlich
nicht ja schnell gehen kann, wie man anfangs annahm, ist ja
klar, denn ein Krieg gegen eine gewaltige Übermacht, ja gegen
die halbe Welt, ist auch für Deutschland kein Pappenstiel und
wir müssen uns da eben alle mit einem guten Kasten Geduld
wissen, Ihr dort zu haus, wie wir hier im Felde. Ihr könnt
Euch doch auch wohl selbst denken, daß wir hier viel lieber
feste drauf gingen, als daß wir nur scheu machen und monate-
lang hier an Verdun herumliegen, vorläufig lediglich mit der
Aufgabe, die Franzosen nicht heraus zu lassen. Ich kann es zwar
mit meiner Kolonne noch recht gut aushalten, weil wir seit
einigen Wochen tadellose __________ [same word as next blank] haben, aber die armen
Infanteristen und Artilleristen, die nun schon seit Anfang Oktober

[page 3]
in den nassen Schützengräben und Erdlöchern sitzen, habens wirk-
licht nicht leicht, ihr Dienst erfordert große Willenskraft u. Ausdauer
und greift außerdem auch die Gesundheit sehr an.
Ich freue mich, daß es deinem Karl gut geht und daß er z. Zt.
auch in guten ___________ [same word as previous blank] untergebracht ist. Wir haben ja nun
auch bald die Hälfte der schlechten Jahreszeit hinter uns und mit
dem zunehmenden Sonnenlichte wird auch bei uns der frische Sol-
datengeist und die Unternehmungslust wieder rege werden. Ich denke,
dann werden auch wir bald unser Bündel wieder schnüren und
frisch und fröhlich wieder ins Frankreich hineinmarschieren.
Wie geht's dir denn und was macht die kleine Gesellschaft?
Ich hoffe, es geht Euch allen gut. Der alte, brave Thürre ist ja
auch wohl munter und guter Dinge. Bitte, grüße ihn von mir
und bestell ihm nur, wir würden hier die Sache schon schmeißen.
Wie mir Marie dieser Tage schrieb, ist Karl Dreyer wieder
zu Hause, weil er mit den Nerven vollständig zusammenge-
klappt ist. Er war eine Zeit lang in Würzburg im Lazarett in
Behandlung, befindet sich jetzt aber schon wieder auf dem Wege
der Besserung. Hoffentlich erholt er sich bald vollständig.

[page 4]
Falls uns die Franzosen nicht das Fest verderben, werden wir
hier ganz nett feiern: Zuerst findet eine gemeinschaftliche Feier
der beiden, hier liegenden, Kolonnen in der hiesigen schönen Kampf-
statt, daran schließt sich eine Bescherung der Beute in Gestalt
einer Verlosung brauchbarer Sachen und dann feiern die Züge
in ihren ________, während wir Offiziere uns zu 7 zu einem,
von zweien vor und zubereiteten, Festmahle ______. Unsere
Gedanken werden zwar an dem Abend wohl oft wehmütig in
die ferne Heimat schweifen, aber es gilt ja für uns alle, die
Köpfe hoch zu halten und mit freudigem Mute in die Zukunft
zu blicken.
Auch dir, Lissi und den Kleinen wünsche ich ein fröhliches,
gesegnetes Weihnachtsfest und alles Gute für's kommende Jahr.
Gebe Gott, daß es uns nach ehrenvollen, erfolgreichen Kämpfen
ein [sic] dauerhaften Frieden schenken und uns alle dann wieder
gesund und munter zusammenführen wird.
Herzliche Grüße Euch Allen
Dein
Richard.


From the collection of personal wartime letters received by German Vize-Wachtmeister Karl Rosendahl in the 10. Reserve Armeekorps and his wife Frieda Rosdendahl, who lived in Riemsloh in Melle, Germany.
Date December 20, 1914
Year Range from 1914
Year Range to 1914
Subjects World War I
German
Christmas
France
Enemies
Holidays
England
Russians
Food